| Ein Ort der Trauer für die Eltern |
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Föten können zukünftig auf dem Südfriedhof beigesetzt werden Neumünster (sn) |
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Gemeinsam wollen der
Kirchengemeindeverband Neumünster, die Friedhofsverwaltung und das
Friedrich-Ebert-Krankenhaus einem Wunsch vieler Paare Rechung tragen: Die
Föten "glückloser" Schwangerschaften können künftig auf einem eigenen Feld
auf Neumünsters Südfriedhof beigesetzt werden - "kostenneutral für die
Eltern", wie Pastor Johann Weingärtner versichert. "Früher", erinnert sich
Frauenärztin Elke Burghard, "wurden Totgeburten Fremden ins Grab beigelegt
oder wie die Föten über die Pathologie entsorgt. Den Eltern wurde geraten,
alles zu vergessen und möglichst schnell ein neues Kind zu machen. Wir haben
eigentlich alles falsch gemacht, aber wir wussten es nicht besser. " Heute
weiß man, dass verdrängte Trauer auf Dauer mehr belasten kann, als Trauer zu
verarbeiten. So schwer dieser Weg ist, so hilfreich kann er auch sein: Wer
sein verlorenes, sein tot geborenes oder sein früh verstorbenes Kind
beisetzt, hat einen Ort; an dem er mit seinen Gefühlen gehen kann. "Es geht
alles so schnell bei Früh- oder Fehlgeburten, und es bleibt so wenig: ein
kurzer Moment mit dem Kind im Arm, im Kreissaal, eine Haarlocke, ein
Fußabdruck oder ein Foto", sagt Regina Wichmann-Roß, Pastorin im
Friedrich-Ebert-Krankenhaus. Dass auch eine Stelle bleibt, zu der Frauen
oder Paare ihre Trauer tragen können, dazu haben die betroffenen Frauen der
seit zehn Jahren in Neumünster bestehenden "Aktion Regenbogen" beigetragen
und sich "diese Möglichkeit" gegen ein Tabu erkämpft", wie Burghard
ausdrückt. Das Feld auf dem Friedhof wird mittig von einem großen Baum
beschattet. Die rechte Seite, die für Kinderreihengräber vorgesehen ist,
wird von einem kreuzförmig angelegten Weg durchzogen. Linkerhand erinnern
eine weiße Schleife und Rosen an eine anonyme Föten-Beisetzung. "Für die
Eltern, die vielfach schon in die Ausstattung für das Baby investiert haben,
soll das kostenneutral sein", sagt Weingärtner. Mit dem Krankenhaus, dem für
die pathologische Entsorgung Beisetzung auch Kosten entstanden wären, soll
eine gemeinsame Lösung gefunden werden; anderenfalls würden die Gemeinden
herangezogen. "Wir wollen ein würdigen Ort für die Kinder haben und die
Eltern nicht noch mehr belasten, sondern begleiten."
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| Verzweiflung nach der stillen Geburt |
| Wohl nichts ist schlimmer, als das eigene Kind zu Grabe zu tragen. Der Courier beschäftigt sich in seiner Serie "Abschied" mit dem Tod von Kindern und die Trauer der verwaisten Eltern. |
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Neumünster
- Wie eng Freud
und Leid nebeneinander stehen, weiß das Kreißsaal Team des Friedrich-Ebert
Krankenhauses (FEK) ganz genau. Im Durchschnitt fast jede Woche müssen die
Hebammen und Ärzte tote Kinder auf die Welt holen, entweder als
lebensunfähige Frühgeburten oder nach anderen Komplikationen. Schwere
Situationen sowohl für das Entbindungsteam, als auch besonders für die
Eltern, die doch eigentlich ein gesundes und kräftiges Kind in die Arme
schließen wollten. "Die Eltern befinden sich in einer akuten
Schocksituation", weiß die Leitende Hebamme Karin Laatsch
(46). In diesem
Jahr gebe es besonders viele Fälle von Totgeburten, "vor den Sommerferien
haben wir in kurzer Zeit fünf Kinder verloren", erzählt FEK-Seelsorgerin
Regina Wichmann-Roß (48), die in den Ausnahmesituationen den werdenden
Müttern und Vätern zur Seite steht. umgehen sollen, wissen die Experten im FEK. Sprüche wie "das war doch noch kein richtiges Kind" oder "ihr seid doch noch jung" würden den Eltern nicht in ihrer verzweifelten Situation helfen, sagt Hebamme Laatsch. Seelsorgerin Regina Wichmann-Roß wird in den Kreißsaal gerufen, wenn eine so genannte stille Geburt bevorsteht. Sie ist da, um den Eltern zuzuhören, ihre Trauer zu mildern, das tote Kind auszusegnen. Getauft werden dürfen Kinder, die tot geboren werden, nicht. Seit vier Jahren besteht auf dem Südfriedhof die Möglichkeit Frühgeburten zu beerdigen. Ein einfacher Metallengel des Künstlers Michael Hertling (Berlin) steht an der Grabstätte. Mit Plüschtieren, Spielzeugen, Blumen und Windspielen verschönern die verwaisten Eltern die Gedenkstätte. Die
Selbsthilfegruppe "Regenbogenwege", die von Hebamme Karin Laatsch, Pastorin
Regina Wichmann-Roß und Frauenarzt Dr. Gundolf Stricker geleitet wird,
trifft sich jeden letzten Mittwoch im Monat in der Evangelischen
Patientenbücherei des FEK. Dort können Eltern, die ihre Kinder während oder
direkt nach der Schwangerschaft verloren haben. ihre Empfindungen
austauschen. "Der Schmerz bleibt immer, der Trauer muss man Zeit
geben", ist Wichmann-Roß überzeugt. NICOLE SCHOLMANN/ 16.11.2005
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Dem Thema Tod spielerisch begegnen
200 Kindergartenkinder waren zu Besuch auf dem Südfriedhof und bemalten den weg vor der Kapelle mit bunten Frühlingsbildern
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Neumünster/wag - Dort, wo
normalerweise Stille und Andacht herrschen, war gestern lautstarkes
Kinderlachen zu hören. Mehr als 200 Jungen und Mädchen aus fünf
evangelischen Tagesstätten hatten sich in der Auferstehungskapelle am
Südfriedhof versammelt, um mit Eltern, Erziehern und Pastor Rudolf Schlender
eine Andacht der besonderen Art zu feiern. |
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darüber. Natürlich muss das kindgerecht verpackt werden, aber das ist eine schöne Herausforderung", sagte Mohr. Nach der Andacht bemalten die Kleinen den Weg vor der Kapelle mit Straßenkreide. Dann wurde überprüft, ob die Osterglocken, die sie vor zwei Jahren hier angepflanzt haben, auch wirklich blühen. Außerdem hatte Dieter Schröder kleine Ostergeschenke auf dem Friedhof versteckt, die aufgespürt werden mussten. Holsteinischer Courier 24.04.09 |