| Fröhlicher Arbeitseinsatz auf dem Nordfriedhof |
| 33 junge Menschen pflegen die Gedenkstätte gefallener Soldaten |
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Neumünster - Dass Hinrich Griebel, Karl Kruse und auch Adalbert Marx ihren Soldatentod im Ersten Weltkrieg vor Augen gehabt haben, ist nicht unwahrscheinlich. Was sie sich mit Sicherheit aber nie gedacht haben werden: Dass mehr als acht Jahrzehnte später einmal Jugendliche aus damals eher "befeindeten" Nationen ihre Gedenkstätten auf Neumünsters Friedhof pflegen würden. Von Sabine Nitschke Nicht
Grabesruhe, sondern fröhliches Stimmengewirr und Gelächter sind angesagt auf
der rund 800 Quadratmeter großen Gedenkstätte auf dem Nordfriedhof, wo die
Teilnehmer des Camps des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge gestern
Vormittag ihren ersten Arbeitseinsatz hatten. "Mann, die hauen aber gewaltig
rein", ist Dieter Schröder von der Friedhofsverwaltung beeindruckt. Aus Klaipeda (ehemals Memel) in Litauen kommt Anna Scedrova. Die 17 -Jährige, die später gern in Deutschland studieren würde, reizt an dem Einsatz vor allem die Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse vor Ort zu vervollkommnen. Anna ist ein wahres Sprach-Genie:
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| Kontakte knüpfen und Gräber pflegen |
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Neumünster - Auch in diesem Jahr veranstaltet der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge sein internationales Jugendlager - verbunden mit der Pflege von Kriegsgräbern. 34 junge Leute aus zwölf Nationen reisten am vergangenen Sonntag aus osteuropäischen Ländern wie Polen und Tschechien, aber auch aus westlichen, damals mit Deutschland im Krieg, befindlichen Ländern wie Großbritannien an. Bis zum 22. Juli werden die 16- bis 21-Jährigen in Neumünster bleiben, untergebracht in Räumen der Wippendorfschule. In Abstimmung mit der Friedhofsverwaltung pflegen sie Gräber von Opfern der beiden Weltkriege sowie das Drumherum auf dem Nord- und Südfriedhof. Aber auch Ausflüge gehören zum Programm: in den Hansapark, zu den Karl-May-Festspielen, nach Berlin oder ins Watt. Und ernsthafte Besuche stehen auf dem Terminplan, etwa die Führung durch die KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Neben dem Umgang mit der gemeinsamen Geschichte geht es vielen jungen Helfern um das Knüpfen von Kontakten zu Gleichaltrigen im Ausland: "Am Ende gibt es Adresslisten von allen, mit vielen vom letzten Jahr habe ich noch Kontakt", so Kerstin Freudenreich aus Hemer im Sauerland. Sie ist eine von drei jungen Helfern aus Deutschland. |
Ihr Großvater war damals im Krieg, "aber er
erzählt wenig, und in der Schule hatten wir die Weltkriege nur kurz".
Deshalb wolle sie sich auf diese Art und
Weise mit der Geschichte auseinander setzen. Aus Estland kommt Regina Ohak,
ihr geht es vor allem darum, neue Leute kennen zu lernen. Krieg ist aber
auch für sie ein Thema: "Meine Verwandten, aber auch meine Lehrer haben mir
vom Krieg erzählt", so Regina. Anuzka Nedved aus Tschechien wiederum möchte sich mit Jugendlichen aus
anderen Ländern über die Geschichte unterhalten. Andere wie Andry Mitrev aus
Bulgarien oder Fiona Malkin aus Großbritannien wollen außerdem noch ihr
Deutsch verbessern, sie denken daran, später eventuell in Deutschland zu
studieren. Während sie gemeinsam auf dem Neumünsteraner Friedhof die alten
Erika-Stauden herausreißen, unterhalten sich viele auf Englisch oder
Deutsch. "Nebenbei habe ich auch schon fünf Wörter Russisch gelernt", freut
sich Amelie Heinhold. Um den Jugendlichen das Kennenlernen etwas zu
erleichtern, stellt sich jedes Land auf einem "internationalen Abend" vor.
Einige kochen, andere tanzen oder singen - Hauptsache, der Beitrag kommt aus
ihrem Heimatland. Wie die drei Jugendlichen aus Deutschland sich vorstellen
wollen, wissen sie allerdings noch nicht. |
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